Croatia

michiseraina| 11. August 2011 21:39

Nach fast zwei Jahren hiess es für uns endlich mal wieder unterwegs sein… Wir hatten schon seit längerem geplant, diesen Sommer mit dem Camper unserer Schwiegereltern für drei Wochen nach Kroatien zu reisen. Die Vorfreude war gross, wir hatten den Urlaub dringend nötig.

Seraina war vor etwa sieben Jahren schon mal in Kroatien, so dass wir einigermassen eine Idee hatten, wo’s hingehen sollte. Da unser einjähriger Sohn Ian auch mit von der Partie war, wollten wir vor allem ans Meer. Kultur und Sightseeing blieb diesmal ziemlich auf der Strecke… Und für irgendwelche Wanderungen etc. waren die Temperaturen mit teilweise über 35 Grad schlichtweg zu extrem.

Nachdem wir Ende Juni den Toyota Bus von Michis Eltern im Tessin beladen hatten, fuhren wir am frühen Morgen los Richtung Italien, durch Slowenien und schliesslich nach Kroatien, wo wir die erste Nacht in Istrien verbracht haben. Das Meer rund um Istrien ist ziemlich dreckig, also ging’s nach zwei Nächten weiter per Fähre auf die Insel Cres, wo wir einige Tage in der Nähe von Cres selber verbrachten, und ein paar weitere auf Mali Losinj, sozusagen der südlichsten Spitze. Die Insel ist übersät mit alten Natursteinmauern, die über Generationen entstanden sind, wunderschön. Das Meer ist wie fast auf allen kroatischen Inseln kristallklar, was auch die fehlenden Strände wett macht.

Von Mali Losinj haben wir eine siebenstündige Fährenfahrt nach Zadar gemacht, von wo aus wir dann auf die Insel Pag gefahren sind. Da unser ganzer Trip ziemlich ungeplant war, hatten wir uns vorgängig nicht so sehr informiert. Bei der Ankunft mitten in der Nacht mussten wir dann feststellen, dass wir auf einer ziemlichen Partyinsel gelandet fahren. Ja, ja, diese Zeiten sind vorbei, also gings nach einem Tag Erholung weiter nach Split und von dort mit der Fähre auf die Insel Korcula.

Auf Korcula haben wir dann auch zum Schluss noch eine ganze Woche verbracht, bevors in zwei Tagesetappen wieder retour ins Tessin ging. Wir haben in der Nähe der Hauptstadt Korcula in einem kleinen Dörfchen, Zrnovska Banja, einen kleinen, familiären Campingplatz gefunden. Die meisten Gäste dort kommen regelmässig, fast alle kennen sich, und die Atmosphäre war wirklich sehr relaxed. Auch hier war das Wasser und die Bucht zum Baden wunderschön. Die meiste Zeit haben wir dann auch am Strand verbracht, wo Ian fleissig Steine geschaufelt und Meerwasser getrunken hat. ^_^

An zwei Tagen waren wir Tauchen, mit einer Tauchbasis in Vela Luka, am anderen Ende der Insel. Wir haben es zwar sehr genossen, wieder einmal abzutauchen, wenn auch nicht gemeinsam, die Unterwasserwelt Kroatiens hat uns dann aber doch nicht gerade vom Hocker gehauen. Die Sicht war zwar super, aber es hat kaum Fische, Korallen oder anderweitiges. Aber vielleicht haben wir einfach nicht an den guten Tauchspots Kroatiens getaucht…

Die Altstadt von Korcula hat uns sehr beeindruckt, wie ihr auf einigen Fotos sehen könnt. Wunderschöne Gässchen, Gebäude, Treppen und Höfe. Leider wohnen unterdessen fast keine Einheimischen mehr in der Altstadt, wie das vor zehn Jahren noch der Fall war. Das meiste ist nur noch für die Touristen so schön erhalten.

Schon bei der Ankunft fiel uns auf, dass Korcula im Gegensatz zu den anderen  kroatischen Inseln sehr grün ist. Sie ist tatsächlich eine der vegetationsreichsten, und über die Hälfte ist bedeckt mit mediterranen Gewächsen. Man bekommt auch hervorragendes Olivenöl in Korcula.

Auf der Insel lässt es sich mit Fahrten über die Insel, Besuchen der verschiedenen kleineren Ortschaften wunderbar ein paar Tage verbringen.

Kroatien hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt, vor allem in Bezug auf den Tourismus… Wir haben uns vorgenommen, in Zukunft definitiv nicht in der Hauptsaison das Land zu bereisen. An vielen Orten wird es dann nämlich ziemlich voll. Trotzdem lohnt sich ein Besuch wegen der wunderschönen Inseln, Landschaften und vor allem wegen des schönen Meeres immer noch. Hoffen wir, dass es noch eine Weile so bleibt…!

Honeymoon in Paris…

michiseraina| 16. März 2010 12:06

Weil wir doch das Schreiben und Foto veröffentlichen auf unserem Reiseblog schon ein wenig vermissen, haben wir beschlossen, die Webseite weiterzuführen, und jeweils Pics und kurze Berichte zu Events, Städtereisen, Ferien und anderem zu veröffentlichen.

Wie ja die meisten von euch unterdessen sicher wissen, siehts bei uns vorläufig mit längeren Trips eher schlecht aus, da wir in drei Monaten Klein- Brooks erwarten, der oder die unser Leben sicher etwas auf den Kopf stellen wird…
Weil durch dieses baldige Ereignis alles etwas schneller gehen musste, haben wir vor zwei Wochen zivil geheiratet und waren anschliessend noch für ein paar Tage in Paris.

Paris tönt für uns Europäer meist ja nicht besonders exotisch oder faszinierend, aber die Stadt ist unserer Meinung nach selbst beim zweiten Besuch immer wieder überwältigend.
Das Angebot an Kultur, Sehenswürdigkeiten und allerlei Leckereien zum Essen ist fantastisch.

Von der Schweiz aus nach Paris zu gelangen ist auch einfacher den je, mit dem TGV in etwa sechs Stunden über Basel, Mulhouse und Strasbourg. Fliegen lohnt sich eigentlich fast nicht…

Gewohnt haben wir in der Avenue de Suffren, Metrohaltestelle Ségur, ganz in der Nähe vom Eiffelturm, im Hotel Bailli de Suffren Tour Eiffel. Paris ist teuer. Für das Geld, das wir hier für ein simples 3- Sterne Hotel bezahlt haben ( dafür mit hervorragenden Frühstücksbuffet! ) hätten wir uns in Asien ein Hotel der Luxusklasse leisten können… Aber so ist das nun mal, die Verhältnisse haben sich wieder geändert.
Aehnlich ist es auch mit dem Essen in Restaurants. Unter 50 Euro zu zweit gut essen ist fast nicht möglich. Das Problem ist ja auch, dass man in drei, vier Tagen nicht genügend Zeit hat, alles auszukundschaften, und auf einer Städtereise gehts ja auch nicht wirklich um’s Sparen ^_^

Sehr empfehlenswert ist das sizilianische Restaurant in der Rue Montessuy, nähe Eiffelturm und école militaire, hiess früher mal La Trappola, wir haben uns aber leider den neuen Namen nicht gemerkt…
Tomaten und Büffelmozzarella Salat, sowie Fisch schmecken dort gigantisch… :kiss:
Bei Léna und Mimile, nähe Place Monge in der Rue Tournefort isst man auch sehr lecker, typisch french…
Ein ganz gemütliches Café mit leckeren Brownies haben wir auf der Ile de la Cité, Place Dauphine gefunden. Ich glaube es heisst irgend etwas mit Bruschett, Michi hat irgendwo ein Foto davon hochgeladen.

Die Brasserien und Bistros nähe der Sehenswürdigkeiten sind eher zu meiden, meistens servieren sie schlechtes Essen zu völlig überteuerten Preisen.

Unterwegs waren wir in Paris natürlich mit “le metro”, einfacher gehts auch nicht. Haltestellen hat’s an jeder Ecke und man bekommt Tages- oder Mehrtageskarten, die sich ab vier Fahrten am Tag lohnen. Aufpassen muss man vor allem im Untergrund vor Taschendieben. Unser Rucksack wurde einmal im Gedränge bereits geöffnet, wir hatten zum Glück keine Wertsachen drin. In Asien und Afrika wird man zwar laufend beschissen als Tourist, aber Taschendiebstahl scheint in Europäischen Städten häufiger zu sein.

Am ersten Tag angekommen sind wir über die Champs- Elysées zum Arc de Triomphe geschlendert, wo wir den Sonnenuntergang über der Stadt geniessen durften. Wir hatten überhaupt riesiges Glück mit dem Wetter. Es war zwar sehr kalt, aber immer schön und sonnig.
Der Eiffelturm und der Ausblick über Paris in der Nacht sind gigantisch. Der Turm ist wunderschön beleuchtet und die Lichter der Stadt faszinierend. Man müsste sich einfach ein Essen im Jules Verne, auf dem 1. Stock leisten und vor allem vorreservieren…
Wie bereits vor über zehn Jahren verkaufen die Afrikaner zu Dutzenden kleine Eiffeltürmchen an die Touristen. Hat uns irgendwie an die Massai in Afrika erinnert, die an zwanzig Ständen in derselben  Strasse die gleichen Bilder verkaufen… xD

Für den Louvre muss man sich definitiv etwas Zeit einplanen, auch für Pausen zwischendurch. Für Sonderausstellungen auch noch Tickets zu kaufen  lohnt sich gar nicht, ausser man interessiert sich gerade sonderlich dafür. Das Gebäude ist riesig und gefüllt mit soviel Kunst, man schafft es gar nicht alles zu sehen und wahrzunehmen. Auch der Louvre als Gebäude an sich, mit den wunderschönen Sälen aus der Zeit Louis dem 14. und Napoleons ist der Hammer. Ja, und da Vinci’s Mona Lisa ist natürlich auch noch da, wenn auch kaum zu sehen vor lauter Japaner und Koreaner….
Nach einem Besuch im Louvre ist es richtig erholend, ein wenig an der Seine zu schlendern, wo die Bouquinistes Bücher und anderen Ramsch verkaufen, bis zur Ile de la Cité, wo auch die Kathedrale Notre Dame steht. Besonders die Kirchenfenster der Kathedrale haben uns gefallen. Wenn man Glück hat und gerade ein Gottesdienst stattfindet, lohnt es sich, der Orgel und den Sängern zu lauschen. Einmalig in so einem riesigen Gebäude…

Montmartre mit seiner faszinierenden Geschichte ( ein Besuch im kleinen, eher unbekannten Museum von Montmartre lohnt sich, um darüber mehr zu erfahren ), die Kirche Sacré Coeur, die Place de Tertre mit den Malern, die Artisten, Musiker, einfach die ganze Atmosphäre dort sind sagenhaft. Ein Tag geht hier locker drauf. Am besten startet man unterhalb des Hügels mit einem Besuch auf dem uralten Friedhof, wo man zwischen den Gräbern von reichen Pariser Familien herumschlendern kann und sicher den Friedhof- Clochard, ein alter Mann, der Geld für die Katzen “sammelt”, antrifft, und übrigens viel über die Schweiz zu erzählen weiss…
Anschliessend kann man gemütlich durch verschiedene Gassen zur Kirche Sacré Coeur hoch spazieren, der einen oder anderen Strassenband zuhören, Baguettes kaufen oder in den gemütlichen Strassencafés Kaffe trinken. Auf der Treppe vor der Kirche lässt es sich auch ewig verweilen und den Ballkünstlern, Musikern und anderen Artisten zuschauen oder -hören.

Nach drei Tagen Paris schafft man in gemütlichem Tempo gerade die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Man könnte aber locker auch noch eine Woche dranhängen, so viel gäbe es noch zu sehen.

Back home…

michiseraina| 19. August 2009 19:23

Nun wird es doch langsam mal Zeit, dass wir wieder etwas von uns hören lassen. Die Wochen seit unserer Rückkehr am 10. Juli in die Schweiz sind einfach wahnsinnig schnell verflogen!
Tja, was haben wir eigentlich in der Zwischenzeit gemacht? Seit unserem letzten Artikel von Flores und Komodo, waren wir noch eine Woche auf Gili Trawangan, einer kleinen Partyinsel vor Lombok, und dann noch für drei Tage auf Bali, bevor wir dann nach Hause geflogen sind. Ich denke was wir auf Gili Trawangan gemacht haben ist wohl klar :lol:  , deshalb existiert auch nicht ein Foto aus dieser Zeit… Wir haben die Kamera einfach immer vergessen mitzunehmen   :whistle:
In Kuta, Bali haben wir dann noch ein bisschen geshoppt und fein gegessen, das wars dann auch schon.

Als wir hier in der Schweiz angekommen sind, hatten wir erstmal noch drei Wochen Ferien, bevor es dann im August wieder hiess: Arbeiten
Ich wusste ja bereits zu Beginn des Jahres, dass ich eine Stelle auf dem Kindernotfall und -ambi in Chur habe, Michi musste noch ein wenig suchen… Wobei die Betonung auf wenig liegt, nach einem kurzen Telefonat und Abschicken eines Bewerbungsdossiers hatte er bereits eine Temporärstelle auf dem Bau. Und dort arbeitet er noch immer und kann ev. bis Ende Jahr bleiben. Was dieses Kapitel betrifft, hatten wir somit einen sehr ringen Start in der Schweiz. Was alles andere betrifft, war’s nicht immer ganz so easy, vor allem auch emotional nicht. Auf viele Dinge haben wir uns sehr gefreut, aber wir mussten halt auch feststellen, dass man viel schneller wieder im Rhythmus der Schweizer Gesellschaft ist, als man möchte. Ein Haufen Papierkram der auf einen wartet, der Alltag muss wieder organisiert werden, im Nussloch warteten ein Riesenberg Holz und Umgebungsarbeiten auf uns, und, und, und… Obwohl wir an dieser Stelle natürlich der Crew, die hier die Stellung gehalten hat nochmals herzlich danken, ihr habt das sehr gut gemacht. Und natürlich auch vielen Dank fürs Brennholz für den Winter, Kurt!
Ja, so hatten wir dann manchmal doch die eine oder andere Krise, vor allem auch weil wir merkten, wie wertvoll Zeit für sich selber ist, etwas was wir in diesem Jahr wirklich unglaublich geniessen konnten! Carpe diem hat sich voll und ganz bewahrheitet…
Aber alles in allem ist das Eingewöhnen doch nicht so schlimm, wie wir uns vorgestellt hatten, ihr müsst also keine Angst haben, dass wir gleich wieder die Rucksäcke packen  ^_^

Viele Leute haben uns die Frage gestellt, was denn mit der Website geschehen wird? Vorerst wissen wir das selber noch nicht so genau, für ein Jahr haben wir nun sicher verlängert. Eventuell bleibt sie auch länger hochgeschalten, und wir werden immer mal wieder von Reisen etc. hier berichten ( auch kürzere Trips ) Als Travellers haben wir immer wieder festgestellt, dass Reisetipps von anderen Reisenden am wertvollsten sind. Darum soll auch unsere Website hoffentlich noch dem einen oder anderen zur Planung von Ferien oder längeren Trips dienen.

An dieser Stelle nochmals ein Riesendankeschön an alle, die sich für unsere Fotos und Artikel interessiert haben, für all die Komplimente und Grüsse in irgend einer Form, es war schön, dass ihr uns auf dieser Reise begleitet habt!!!

Seraina und Michi

Flores und Komodo Nationalpark

michiseraina| 27. Juni 2009 15:23

Hey, da sind wir mal wieder, definitiv mit dem letzten Bericht, den ich aus dem Ausland schreibe… Wir koennen es kaum fassen, in zwei Wochen wieder in der Schweiz zu sein! Langsam haben wir uns so sehr ans Reiseleben gewoehnt… Wir sind auf alle Faelle aber schon richtig nervoes und freuen uns natuerlich unglaublich, euch alle wiederzusehen und wieder im Nussloch einzuziehen!
So, nun aber last but not least noch zu Flores und Komodo… Eigentlich haetten wir ja ganz Flores durchqueren wollen, aber wie schon gesagt, die kaputte Faehre. Von Timor sind wir also direkt nach Bajawa, in den oestlichen Teil Flores geflogen.

Bajawa
Dieser Ort ist vor allem kulturell sehr interessant und landschaftlich gesehen der Hammer! Als wir am spaeteren Nachmittag ein Hotel in Bajawa gefunden hatten, erkundigten wir uns erstmal nach den verschiedenen Aktivitaeten in der Gegend und  nach Guides. Wir wollten ein paar traditionelle Doerfer erkundigen und den Gunung ( Vulkan ) Inerie besteigen. Als man uns bei der Guide Association mitteilte, dass ein Guide pro Tag 50 USD, fuer die Tour auf den Inerie sogar 100 USD kostet, fielen wir erst einmal aus allen Wolken. Guides kosten in Indonesien in der Regel um die 10-25 USD pro Tag, je nachdem ob sie Englisch sprechen oder nicht. Da wir nicht bereit waren, den Jungs ein Monatsgehalt fuer einen Arbeitstag zu bezahlen, beschlossen wir, am naechsten Tag zuerst einmal ein Motorrad zu mieten und die Gegend selber zu erkunden. Da Flores die reinste Vulkaninsel ist, schiessen ueberall heisse Quellen aus der Erdoberflaeche. So genehmigten wir uns an diesem ersten Abend in Bajawa ein kuehles Bintang, waehrend wir in einem heissen Fluss hockten :lol:
Am naechsten Tag mieteten wir nach langem Verhandeln ( die Preise hier sind einfach unverschaemt! ) ein Motorrad fuer den ganzen Tag und fuhren nach dem Fruehstueck nach Bena. Bena ist eines der wichtigsten und schoensten traditionellen Doerfer der Gegend, wo auch immer noch Leute leben. Aehnlich wie in Tana Toraja auf Sulawesi, haben die Ngada Leute hier einen animistisch- christlichen Glauben und verehren dementsprechend ihre Vorfahren. Die wichtigsten Symbole der Ngada Tradition sind eine sonnenschirmaehnliche Konstruktion, etwa 3m hoch, aus Holz und Stroh, genannt ngadhu, sowie kleine Miniaturhaeuschen aus Holz und Stroh, genannt bhaga. Ngadhu steht fuer Mann und bhaga fuer Frau, und sie symbolisieren die fortwaehrende Praesenz der Vorfahren. In den meisten traditionellen Doerfern der Ngadas um Bajawa findet man Gruppen von bhaga und ngadhu, in Bena jedoch definitiv am meisten. In einem traditionellen Ngada Dorf wie Bena, stehen sich die Wohnhaeuser gegenueber, und in der Mitte befinden sich Graeber und viele Steinstrukturen ( Megalithen ). Ueber die Herkunft der Ngada gibt es verschiedene Theorien. Die Ngada haben wie die Toraja in Sulawesi viele verschiedene Zeremonien zu Geburten, Hochzeiten und Beerdigungen. Auch hier werden dafuer manchmal Bueffel geopfert, wenn auch nicht ganz so im grossen Stil wie in Sulawesi…
Nach dem Besuch in Bena, fuhren wir diesmal ueber eine bessere Strasse nach Bajawa zurueck, da uns der Magen knurrte. Am Nachmittag fuhren wir in ein kleines Dorf ausserhalb, und von dort ueber einen kleinen Pfad zum Vulkankrater Wawo Muda. Michi musste seine ganzen Motorradfahrkuenste aufwenden, damit wir keinen Unfall bauten. Einmal waeren wir um ein Haar mit einer Kuh zusammengeprallt… ;-(
Oben angekommen bot sich uns nach einem kurzen Marsch auf einen Huegel am Kraterrand dafuer ein herrlicher Ausblick ueber die wunderschoene gruene und hueglige Gegend! Der Wawo Muda brach im 2001 aus und hinterliess einen betraechtlichen Krater, der nun aber voellig unscheinbar mit Gras und Pinien bewachsen ist. Waehrend der Regenzeit bilden sich im Krater angeblich sehr schoene Seen, von denen wir aber nichts gross erkennen konnten zu diesem Zeitpunkt.
Am zweiten Tag in Bajawa machten wir uns in aller Herrgottsfruehe auf nach Watumeze, einem kleinen Dorf am Fusse des Gunung Inerie. Wir liessen uns von zwei Ojeks hinbringen und froren uns um diese Uhrzeit richtig einen ab, da es in dieser Gegend nachts ganz schoen kalt wird… In Watumeze fanden wir rasch einen Bauern, der bereit war, uns fuer 10 USD auf den Inerie ( 2245m ) zu fuehren. Der Inerie ist ein superschoener Vulkan, die Wanderung hinauf ist aber die Hoelle… Nach unserer Trekkingtour in Nepal sind wir nun wirklich nicht so zimperlich ( auch wenn alle Kondition von damals verschwunden ist :wink:  ), aber dieser Aufstieg war Hardcore! Am anfang fuehrte ein kleiner Pfad noch ueber ein paar Wiesen und Huegel, aber dann gings ueber zwei Stunden steil aufwaerts, ueber Geroell und Vulkangestein. Es war unglaublich rutschig und wir kletterten mehr, als dass wir wanderten. Einen richtigen Weg gab es schon gar nicht mehr. Nach neun brannte dann auch die Sonne gehoerig hinunter, was das ganze noch ein wenig anstrengender machte. Nach etwas mehr als zwei Stunden erreichten wir den Kraterrand und nach einer weiteren halben Stunde dann auch die Spitze. Sogar drei Gipfelkreuze gab es da oben…! Der Ausblick war gigantisch und entschaedigte uns fuer alle Strapazen! Nach links breitete sich der Ozean aus und wir blickten auf riesige Buchten mit weissen Straenden hinunter, und rechts sah man grosse und kleine Vulkane wohin das Auge reicht. Flores ist der reinste Vulkan! Nach einem Jahr Reisen sind wir zugegeben nicht immer so schnell zu beeindrucken, aber dieser Anblick raubte uns den Atem!
Es folgte natuerlich ein ebenso strenger, rutschiger und etwas gefaehrlicher Abstieg, der unseren nicht mehr vorhandenen Muskeln noch den Rest gab… ( Wir hatten nach dieser Wanderung tatsaechlich fuer fast eine Woche unglaublichen Muskelkater! ) Aber wir erreichten Watumeze zum Glueck ohne Zwischenfaelle und fuhren per Ojek wieder zurueck nach Bajawa.

Labuan Bajo, Komodo & Rinca
Die Fahrt von Bajawa nach Labuan Bajo mit dem Bus dauerte gute zehn Stunden, ueber eine schlechte und kurvenreiche Strasse. Trotzdem genossen wir es, da wir so etwas von der schoenen Landschaft und Vegetation Flores’ sehen konnten.
Labuan Bajo liegt am Meer, direkt vor den Inseln des Komodo Nationalparks, zu denen auch Rinca gehoert. In Bajo gibts einigermassen gute Unterkuenfte und Restaurants, und man kann easy Bootstouren in den Nationalpark organisieren. Auch befinden sich hier ein paar gute Divecenters, die Tagestouren oder Liveaboards im Park machen. Wir mieteten uns im Gardena ein, wohl die beste Wahl in Bajo, und organisierten am ersten Tag zuerst einmal unsere Weiterreise nach Bali und eine Bootstour durch den Park. Am naechsten Tag fuhren wir mit Dive Komodo raus zu den Riffen und tauchten… wir hatten es schon so vermisst in den letzten Tagen seit unserem Aufbruch aus Alor… Ja, Fische hat’s In Komodo definitiv viele, und vor allem auch groessere! Wir sehen nun taeglich Haie beim Tauchen und haben uns an die Jungs schon richtig gewoehnt! Naja, so gross waren sie bisher auch noch nicht, eher kleinere Whitetip Reefsharks. Aber morgen fahren wir in den Norden und hoffen, da noch ein paar groessere Exemplare zu sehen… Die Riffe sind toll, wenn auch nicht ganz in so gutem Zustand wie in Alor. Mit Stroemungen kaempfen wir hier fast taeglich, es ist wirklich unglaublich, wie es hier manchmal von oben, unten und allen Seiten ueber die Riffe zieht. Aber es macht auch Spass, in raschem Tempo ueber die Riffe und den Steilwaenden entlang zu driften…
Nach einem Tag Tauchen haben wir eine Pause eingelegt, und sind mit zwei Italienerpaerchen fuer vier Tage mit einem kleinen Boot in den Nationalpark hinausgefahren, um vor allem die Inseln Komodo und Rinca zu besichtigen. Der Trip war nach einem halben Tag Verhandeln schliesslich sehr guenstig, dafuer aber auch einfach. Wir bekamen Fisch und Reis zum Essen und schliefen nachts alle aneinandergedraengt an Deck. Aber wir hatten eine Menge Spass und eine total gute Zeit. Zudem konnten wir unser italienisches Fluchwoerterrepertoire wieder etwas auffrischen :evil:
Wir starteten am ersten Tag nach dem Mittagessen und fuhren zu einer kleinen Insel hinaus, wo wir den Nachmittag mit Schnorcheln verbrachten. Das Riff war gar nicht schoen, aber wir nahmens erst einmal gelassen… Kurz vor Sonnenuntergang legten wir an einer Insel an, die von Flying Fox, also fliegenden Fuechsen bewohnt wird. Die Sonne war unterdessen in einer spektakulaeren Kulisse untergegangen, aber von irgendwelchen Fuechsen war gar nichts zu sehen. Wir dachten schon fast, dass man uns verarscht hat, als die ersten riesigen Fledermaeuse aus dem Mangrovenwald der kleinen Insel emporflogen. Und darauf folgten waehrend mindestens einer halben Stunde dann tausende…. Der Anblick am rotgefaerbten Himmel war wirklich wunderschoen! Nach einem leckeren Abendessen und irgendwelchen Imitationsspielen, wobei wir uns halbtot lachten, legten wir uns frueh hin und wurden durch die Wellen schoen in den Schlaf geschaukelt…
Am zweiten Tag war ein Spaziergang auf Rinca angesagt, um endlich die beruechtigten Komodo- Dragons zu sehen. Obwohl die Riesenechse ihren Namen von der Insel Komodo hat, kann man auf Rinca viel besser Komodo- Dragons sehen, da die Insel kleiner ist, und sich die Tiere nicht so sehr verteilen koennen. Nachdem die Eintrittsformalitaeten erledigt waren, wanderten wir mit einem Ranger los und spotteten auch nach ein paar Minuten die ersten Dragons. Die Tiere sind wirklich riesig, ein ausgewachsenes Maennchen kann bis zu 3m lang und 100kg schwer werden. Obwohl sie meistens einen gemuetlichen, watschelnden Gang an den Tag legen, koennen sie, wenn sie wollen, verdammt schnell sein. Komodos sind ausschliesslich Fleischesser und jagen vor allem Wasserbueffel. Ihr Biss ist wegen der sich rasch entwickelnden Infektion fuer die Tiere toedlich, und meistens verenden sie nach ein paar Tagen. Dank ihres ausgepraegten Geruchssinns finden die Dragons die Bueffel und verspeisen sie dann. Natuerlich verachten sie auch den Homo sapiens nicht, weshalb man immer schoen auf Distanz bleiben muss und natuerlich nur in Begleitung eines Rangers in den Park darf. Wir hatten an diesem Tag Glueck und sahen nicht nur die ueblichen Komodos, die sich normalerweise beim Headquarter des Parks herumtreiben, sondern auch viele wilde. Bei einem Wasserloch konnten wir sogar beobachten, wie zwei Komodos versuchten, einen Wasserbueffel anzugreifen. Der Bueffel hatte aus irgendeinem Grund einen Teil des Darms aus dem Anus haengen, so dass ihn die Komodos wegen des Blutes natuerlich riechen konnten. Vermutlich haben sie ihn irgendwann in den naechsten Tagen wohl erwischt. Sogar ein Baby konnten wir sehen, was Glueck ist, da diese die ersten zwei Jahre auf den Baeumen verbringen. Die Dragons sind Kannibalen, und sogar die Muetter fressen ihre eigenen Babies…
Nebst den Dragons gibt es auf Rinca Langschwanzmakakken- Affen, wie gesagt Wasserbueffel, noch sechs Wildpferde, die wir aber nicht gesehen haben, und viele Vogelarten und Hirsche. Wir machten einen etwa zweistuendigen Spaziergang und genossen die schoene Landschaft Rincas, die uns ein wenig an Afrika erinnert, mit dem trockenen Gras und den hohen Palmen. Auf einem Huegel bot sich uns ein toller Ausblick ueber das ganze Inselmeer des Komodo Nationalparks. Es gibt hier so viele unzaehlige kleine Inselchen und hunderte einsamer, weisser Traumstraende. Nur wenige Inseln sind von einheimischen Fischern bewohnt. Den Nachmittag verbrachten wir wieder mit Schnorcheln, diesmal an einem etwas schoeneren Riff.
Am zweiten Tag ging es dann auf die Insel Komodo selber, wobei wir das eigentlich auch haetten bleiben lassen koennen. Zwei Dragons konnten wir sehen, und die Landschaft war nicht annaehernd so schoen wie auf Rinca. Wer also vor hat, diesen Trip zu machen, Rinca tut’s vollauf…
Am Nachmittag gingen wir wieder an zwei verschiedenen Orten schnorcheln, einmal am Mantapoint, wo wir aber leider nur kurz einen Manta vom Boot aus sahen. Die Stroemung war auch so stark, dass es zum Schnorcheln eher schwierig war. Michi und ich haengten uns einfach an ein Seil, das am Boot befestigt war und glotzten ins Wasser, bis uns zu kalt wurde :woot:
Am letzten Tag fuhren wir auf eine kleine Insel, die ueber und ueber von Fischern besiedelt ist. Die Insel besteht also sozusagen nur aus Dorf. Das Fischerdorf selber gefiel mir aber unglaublich gut. Michi zog es vor an Board zu bleiben, er wollte nicht den Voyeur spielen xD  So zogen wir also nur zu fuenft los und wurden bald von saemtlichen Kindern des Dorfes umzingelt und zur Schule gefuehrt. Dort war dann natuerlich die Hoelle los, als wir ankamen. Wir kamen uns fast ein bisschen vor wie Filmstars! Alle wollten Fotos und uns betatschen! Irgendwann mussten wir dann anfangen, die immer frecher und mutiger werdenden Kids zurechtzuweisen, da auch die Lehrer sie ueberhaupt nicht mehr im Griff hatten… Nach einem kleinen Rundgang durch das Dorf gingen wir wieder retour aufs Boot, das heisst wir fluechteten vor der Kinderschar… ;-(   :lol:
Nach einem Mittagsstop an einem wunderschoenen Strand auf Kanawa Island ging es dann wieder retour nach Labuan Bajo. Gestern und heute haben wir noch mit Tauchen verbracht, und morgen fahren wir definitv zum letzten Mal zum Tauchen raus. Danach sind wir pleite…
Wir fahren am Montag auf die Gili Islands bei Lombok, und von da nach fuenf Tagen dann nach Bali, von wo wir wieder retour in die Schweiz fliegen. Der letzte Bericht von den Gilis und Bali folgt dann also wohl, wenn wir daheim angekommen sind, und euch laengst alle schon wieder in die Arme geschlossen haben…
Wir freuen uns, macht’s gut und bis bald!

Diving the Alor Archipelago

michiseraina| 20. Juni 2009 12:03

Ich habe heute gleich zwei Artikel ins Web gestellt. Der etwas aeltere von Makassar, unserer letzten Station in Sulawesi, folgt also gleich nach diesem hier, sollte aber der Reihenfolge halber vielleicht zuerst gelesen werden…

Nach Alor zu reisen war eigentlich eine ziemliche Spontanentscheidung in Sulawesi… Da wir unsere Plaene bezueglich den Molukken wegen Zeitmangels aufgeben mussten, entschieden wir uns halt fuer ein anderes Tauchparadies :) Alor ist eine relativ grosse Insel oestlich von Flores, am besten per Flug von Timor aus erreichbar ( fast taegliche Fluege mit Transnusa ) Als wir uns im Internet nach Unterkunftsmoeglichkeiten umschauten, wurden wir zuerst etwas enttaeuscht, da wir nur ein teures Resort auf Pantar, einer der Inseln des Archipelagos finden konnten. Aber schliesslich fanden wir die Webseite der La P’tite Kepa, einem kleinen einfachen Bungalowresort, das von einer franzoesischen Familie gefuehrt wird. La P’tite Kepa befindet sich, wie der Name sagt, auf Kepa Island, einer winzigen Insel, ein paar hundert Meter von Alor. Wenn man also erst einmal in Alor ankommt, ist Kepa sehr einfach erreichbar.
Aber zuerst einmal mussten wir natuerlich die Schiffsfahrt von Makassar nach Kalabahi, der Hauptstadt Alors zuruecklegen… Das Pelnischiff legte in Makassar mit einiger Verspaetung erst gegen zehn Uhr abends ab. Wir hatten uns nur ein Economyticket gekauft, was bedeutet, dass man sich unter Deck eine Matratze krallt und irgendwo hinlegt. Matratzen gabs wie immer natuerlich keine mehr, und so kauften wir uns zumindest eine Plastikblache und legten uns an Deck auf den Boden. Leider gab es diesmal aber kein so grosses und gemuetliches Oberdeck, wie auf der letzten Schiffsfahrt, nur ein paar Seitengaenge mit Baenken. Wir quetschten uns irgendwo dazwischen rein, und verbrachten eine relativ ungemuetliche Nacht. Es war dreckig, wir wurden staendig begafft oder angequatscht ( was wir uns ja gewoehnt sind, aber manchmal ist es trotzdem unertraeglich, wenn man keinen Rueckzugsort hat ) und in der Nacht kam Wind und Wellengang auf, so dass uns eine ziemlich salzige Gischt um die Ohren wehte… Koennt ihr es euch ungefaehr vorstellen? Ihr koennt uns glauben, dass wir nach diesem Jahr wirklich einiges gewoehnt sind, aber am naechsten Tag hatten wir dann doch die Schnauze voll, da wir wussten, dass wir nochmals eine Nacht vor uns hatten. Wir gingen zur Crew und spielten mal wieder unseren Touristenbonus aus, hehe… Natuerlich erklaerte sich sofort jemand von der Crew bereit, uns seine Kabine fuer zwanzig Dollar fuer die naechsten 24 Stunden zu ueberlassen. Ein Ticket fuer die Firstclass Kabinen, die genau gleich sind, wie die der Crew, kosten von Makassar nach Kalabahi etwa hundert Franken pro Person… Wir machten also einen super Deal! Zwanzig Dollar sind fuer viele Indonesier weitaus mehr als ein Tageslohn, daher war es auch fuer das Crewmitglied kein Problem, eine Nacht in der Kabine eines Kollegen zu schlafen ^_^
Von nun an genossen wir also zwei weiche Betten, Aircondition und eine Warmwasserdusche… die restliche Ueberfahrt nach Kalabahi wurde doch noch richtig gemuetlich!
Kurz vor Mittag am naechsten Tag trafen wir in Kalabahi, Alor ein. Mir war inzwischen ziemlich uebel, und wir hatten noch fuer den restlichen Tag Seegang… :sick:
Wir wimmelten am Hafen die laestigen Ojekfahrer ab und schnappten uns ein Bemo ( Minibus ) nach Alor Kecil, wo uns die Fischer mit einem Kanu nach Kepa uebersetzten.
Pulau Kepa ist fuer uns in den fast zwei Wochen, die wir dort verbracht haben, zu einem Paradies und persoenlichen Highlight geworden. Vielleicht kennt jemand das Bild auf dem Cover vom Lonely Planet? Es wurde in der Gegend von Alor aufgenommen und sagt bereits, wie paradiesisch schoen es dort ist…
Gerade weil Alor eher schlecht erreichbar ist, gibts nur etwa drei Resorts im ganzen Archipelago, und nur wenige Touristen verirren sich hierhin.
Das La Petite Kepa Resort, mit den einfachen, im traditionellen Stil gebauten Bungalows, wird von der Lechat Familie hervorragend gefuehrt. Man bezahlt etwa 17 Franken pro Person pro Tag, inklusive aller Mahlzeiten und Wasser. Das Essen ist, wie kann man es von Franzosen auch anders erwarten, natuerlich hervorragend. Taeglich frischen Fisch, Calamares oder sonstige Meeresbewohner, Tofu, Tempeh, verschiedene Sorten einheimischer Gemuese, Fruechte, Reis und Kartoffeln. Wirklich sehr leckere Alor Kueche, mit einem Hauch Cuisine francaise…
Auf Kepa wohnen ansonsten nur noch ein paar Fischerfamilien, da die Insel nicht all zu gross ist. In unmittelbarer Naehe zum Resort befinden sich zwei schoene, weisse Straende, die aber direkt in ein Korallenriff uebergehen. So sind wir also jeden Nachmittag nach dem Tauchen und einer Siesta noch Schnorcheln gegangen.
Tauchen um Alor ist Weltklasse! Nicht dass ich bereits saemtliche Kontinente betaucht haette, aber das Rote Meer habe ich immerhin schon gesehen, und damit kann Alor gut mithalten. Das Wasser war immer superklar mit Sichtweiten teilweise ueber 30m. Man hat die Moeglichkeit in starken Stroemungen zu tauchen, findet aber auch ruhigere Buchten. Wir waren an ein paar exzellenten Stellen fuer Mugdives, das heisst man taucht dort mehr in truebem Wasser und sucht nach kleinen Kreaturen im Sand und Gestein. Cedric, der Besitzer vom La Petite Kepa ist ein sehr erfahrener Taucher und ein ausgezeichneter Guide. Er findet staendig die noch so kleinsten Seepferdchen, Pipefishes und gut getarnten Frogfishes. Die Korallen sind bis auf wenige Ausnahmen voellig intakt, und wir haben schoenste Steilwaende und Pinnacles mit vorwiegend Hartkorallen angetroffen. Ich war vor allem von der farbigen Korallenpracht in Alor ueberwaeltigt…
Einzig wer grosse Fische sehen will, kommt in Alor nicht ganz auf seine Kosten. Beim Tauchen haben wir Ammenhaie bis zu 3m und kleinere Riffhaie, sowie des oefteren Schildkroeten gesehen. Die Delfine sind wie immer dann aufgekreuzt, wenn wir auf dem Boot waren. Dafuer in Riesenschwaermen. Zweimal haben wir einen Spermwal ( keine Ahnung wie man den auf deutsch nennt… ) vom Boot aus beobachten koennen. Beim Schnorcheln sind wir des oefteren auf Schildkroeten, Riffhaie und einmal sogar einen Eagleray gestossen. Zwei schoene Nachttauchgaenge, mit vielen schraegen Kreaturen, gaben diesen herrlichen Tauchtagen noch den letzten Schliff…

Genug des Tauchens… obwohl, viel mehr haben wir ja auch nicht mehr gemacht. Bisschen gefaulenzt, braun geworden… Ach ja, eine alte Bekannte von den Togians haben wir wieder getroffen! Petra aus Holland kreuzte ploetzlich in Alor auf, worueber wir uns sehr freuten! Es waren zwar noch ein paar andere Travellers da, aber so eine gute Crew wie auf Bunaken oder den Togians wars definitiv nicht mehr.
Michi feierte seinen 27. Geburtstag auf Kepa und wir organisierten eine kleine Party mit Pizzas, Arac ( lokaler Palmwein ) und sogar einem Schoggikuchen.  An dieser Stelle allen noch ein herzliches Dankeschoen von Michi fuer all die Geburtstagswuensche! :kiss:
An einem Tag haben wir mit Petra und Martin, einem anderen Traveller noch eine Motorradtour durch einen kleinen Teil von Alor gemacht. Wir haben von den Einheimischen in Alor Kecil zwei Motorraeder ausgeliehen und sind erstmal nach Kalabahi gefahren, wo wir unser Mittagessen einkauften und ein wenig auf dem Fisch- und Gemuesemarkt herumstreunten. Ueber maessig gute bis schlechte Strassen sind wir von Kalabahi durch ein paar traditionelle Doerfer und andere, modernere Doerfer, vorbei an Moscheen, zu einem wunderschoenen weissen Strand gefahren. Alors Landschaft ist viel trockener und karger als in Kalimantan und Sulawesi. Es ist tagsueber sehr heiss, bis 35 Grad, nachts aber relativ kuehl. Die Menschen leben hier vor allem vom Fischfang und Anbau von Gemuesen und Gewuerzen. Ihr Speiseplan wird nur von Reis ergaenzt, was man den mageren und doch muskelbepackten Fischern ansieht. Die Bewohner Alors kamen wohl von Papua und sehen daher mit ihrem krausen Haar, dicken Lippen usw. eher wie Afrikaner aus. Nur dass sie dafuer eindeutig zu klein sind! Sogar ich bin groesser, als die meisten Maenner. Englisch spricht kaum jemand, wir mussten uns also wieder einmal mit unseren paar Brocken Bahasa Indonesia und Haenden und Fuessen durchschlagen. Aber unglaublich freundlich sind sie, die Bewohner Alors. Die Gegend ist vorwiegend muslimisch, die verdutzten Fischer guckten darum manchmal schon komisch, wenn sie ein paar Frauen auf dem Tauchboot im Bikini sahen ^_^  Aber mit ein paar Vorkehrungen braucht man sich deswegen nicht unwohl zu fuehlen, sprich Sarong…
Waehrend unserer Motorradtour genossen wir Ausblicke ueber wunderschoene Buchten mit weissen Straenden und schoenstem tuerkisem Wasser, hielten in kleinen Doerfern an, wo wir sofort von saemtlichen Bewohnern umringt wurden, fuhren ueber wild bewachsene Huegel und durch kleine Waelder. Auch als wir an einem Strand zum Mittagessen anhielten, dauerte es keine zehn Minuten, bis ein paar neugierige Bewohner naeher herankamen :lol:  Die alten Damen hier koennten den Contest fuer die uebelsten Gebisse gewinnen. Ihre Zaehne und das Zahnfleisch sind vom staendigen Betel kauen so mitgenommen, dass teilweise kaum etwas davon uebrig ist, und sie grinsen einen mit blutroten Lippen und ein paar Stummeln, die aus dem Mund ragen an…

Eigentlich wollten wir Alor letzten Sonntag mit der Faehre verlassen und nach Larantuka im Osten Flores’ fahren. Aber die Faehre ist kaputt und steht momentan im Dock… Da auch die Pelnischiffe erst spaeter fuhren, mussten wir wohl oder uebel nach Kupang, Timor fliegen und von dort dann nach Bajawa in Flores. In Kupang verbrachten wir nur einen Nachmittag und eine Nacht, wobei wir vorwiegend in der gemuetlichen Avalonbar am Meer herumhingen. Der Bericht ueber Flores, wohl bald einer der letzten, folgt dann zu einem spaeteren Zeitpunkt. Kaum zu glauben, dass wir in drei Wochen wieder daheim sind…!  ;-(  :D

Visa- run in Makassar

michiseraina| 10:12

Eine Woche in Makassar zu verbringen hatten wir eigentlich definitiv nicht geplannt… aber es kam mal wieder alles ganz anders! An dieser Stelle muss ich erwaehnen, dass ich kein Land oder Kontinent so muehsam und unberrechenbar zum Reisen fand wie Indonesien. Auch nur das kleinste bisschen Planen scheint hier teilweise unmoeglich zu sein. Busse sind eigentlich zuverlaessig und nie ein Problem. Aber bei den Fluegen faengt es schon an… mal abgesehen davon, dass alle indonesischen Airlines auf der Blacklist stehen, wechseln sie auch staendig ihre Routen und Abflugszeiten. Tickets ausserhalb des Abflugortes zu kaufen, ist oftmals unmoeglich, auch wenns ein Office derselben Airline gibt. Und kurzfristig gecancellte Fluege sind auch nicht selten. Bei den Schiffen siehts aehnlich aus. Pelni, die Goverment Schiffsflotte, hat zwar eine Webseite, aber die Fahrplaene der naechsten Monate bekommt man nur in den Pelnioffices an den jeweiligen Haefen. Die meisten Strecken werden nur alle zwei Wochen angefahren. Ihr seht also, man kann in Indonesien locker mal fuer zwei Wochen auf einer Insel festsitzen, wenn gerade auch noch das einzige Flugzeug, das die Insel anfliegt, kaputt ist :o
Zu Beginn der drei Monate in Indonesien hatten wir dementsprechend auch voellig unrealistische Plaene, was unsere Route betrifft. Wir wollten noch auf die Molukken, nach Papua… forget about! Aber wir kommen bestimmt wieder zurueck ^_^
Wie auch immer, nach Makassar mussten wir in erster Linie, um unsere Visas nochmals um einen Monat zu verlaengern. Im Gegensatz zu Bali, wo einem dafuer ueber hundert Franken abgeknoepft werden, kann man das ueber die meisten Hotels in Makassar fuer etwa siebzig Franken machen. Bei einer Verlaengerung innerhalb Indonesiens ist man auf einen einheimischen Sponsor angewiesen. Das heisst es kostet darum auch etwas mehr als ueblich. Die andere Option ist, Indonesien zu verlassen, nach KL oder Singapur fliegen und das Visum dort erneuern.
Wir kamen am Dienstag in Makassar an, reichten direkt unsere Paesse ein und fuellten die noetigen Formulare fuer die Immigration aus. Eigentlich haette alles klappen sollen, und wir haetten unsere Paesse am Freitag retour bekommen sollen. Dann haetten wir Samstags nach Alor, unserem naechsten Ziel fliegen koennen. Aber wir kennen die indonesischen Behoerden langsam und hatten zum Glueck noch keinen Flug gebucht. Der gute Chef der Immigration vergass am Freitag dann tatsaechlich, seine Unterschrift unter die Stempel auf unseren Visas zu setzen, und so wurden wir auf Montag vertroestet….
Drei Tage in Makassar waren ganz okay. Wir genossen es Auszuschlafen, streunten ein bisschen durch die Shoppingmalls, quatschten mit anderen Travellers und hingen im Internetcafe herum. Aber nochmals drei Tage? Wir waren ziemlich frustriert…
Wenigstens hatten wir mit dem Pelnischiff Glueck, da am Montag Abend doch tatsaechlich eines direkt nach Kalabahi, auf die Insel Alor fuhr. Immerhin…
Eigentlich hatten wir uns bereits auf ein paar langweilige Tage in Makassar eingestellt, als Michi am Freitagaben noch etwas auf den Strassen herumhing und ein paar Skater in unserem Alter kennenlernte. Er schaute ihnen ein Weile beim Skaten zu, und als er selbst dann sogar noch zwei Tricks stand, waren sie schon begeistert von ihm :lol:
Ein paar der Jungs sprechen gut englisch, und wir verabredeten uns fuer den naechsten Tag, um Makassar ein wenig abzuchecken. Dewan und Anga holten uns schliesslich am Samstag mit ihren Motorraedern gegen Mittag ab, und wir fuhren erstmal zu einem Warung um Bakso zu essen. Bakso, Nudelsuppe mit Fleischbaellchen, aehnlich wie Braet, ist schon fast unsere Hauptmahlzeit geworden. Vor allem in Staedten und Doerfern gibts ueberall kleine Warungs, die Bakso anbieten.
Anschliessend gings weiter ins Kino. Indonesier lieben wie alle Asiaten Actionfilme, also war Terminator Salvation angesagt… Frauen haben in den meisten Sachen eh kein Mitspracherecht, also wurde ich sowieso uebergangen. Die Jungs waren vom Film begeistert, aber eben, ueber Filmgeschmack laesst sich ja streiten… ^_^
Am spaeten Nachmittag fuhren wir wieder retour zu unserem Hotel, wo wir den Jungs auf der Strasse noch eine Weile beim Skaten zuschauten und bis in den Abend hinein herumhingen. Fuer den naechsten Tag wurden wir von ihnen nach Malino, einer Ortschaft etwa zwei Autostunden ausserhalb Makassars eingeladen. Malino ist fuer die Indonesier etwas aehnliches, wie fuer uns Deutschschweizer das Tessin. Sie mieten sich ein Ferienhaus und verbringen ein paar Tage dort um auszuspannen.
Dewan und Anga holten uns also am fruehen Sonntag Morgen in unserem Hotel ab, und wir fuhren in rasantem Tempo aus Makassar hinaus richtung Malino. Gula und Chris, ein Texaner, der hier in Sulawesi lebt, kamen auch noch dazu. Waehrend der Fahrt mit dem Motorrad schickten wir abwechselnd Stossgebete zum Himmel, da die Fahrt wirklich schrecklich war… die Strassen sind schlecht und die Indonesier rasen gerne.
Nach zwei Stunden Fahrt kamen wir voellig verdreckt in Malino, einer kleinen Ortschaft inmitten von gruenen Huegeln an. Die Luft hier ist bedeutend kuehler als im heissen Makassar, und in der Nacht wurde es sogar empfindlich kalt. Wir bezogen unsere “Villa”, ein kleines Haus mit Garten, ein paar Schlafzimmern und Kueche, bevor wir erstmal etwas essen gingen. Am Nachmittag fuhren wir zu einem sehr schoenen Wasserfall, der auch von den Einheimischen rege besucht wird und darum auch ziemlich mit Muell zugekippt war… Anschliessend fuhren wir fuer den Sonnenuntergang auf einen Huegel inmitten von Teefeldern und knabberten Bananenchips zur untergehenden Sonne. Wir verbrachten noch einen relaxten Abend mit den Jungs, bevor wir am naechsten Morgen wieder nach Makassar fuhren, um unsere Paesse abzuholen. Da Montag war, waren unglaublich viele Lastwagen unterwegs, was das Ganze wieder zu einem Hoellentrip machte.
Wir verabschiedeten uns von Anga, Dewan, Chris und Gula und konnten zum Glueck am Nachmittag unsere Paesse mit den verlaengerten Visas in Empfang nehmen. Am Abend machten wir uns auf zum Hafen, um das Pelnischiff nach Kalabahi zu nehmen.

Happy Birthday

admin| 10. Juni 2009 00:00

Lieber Michi

Wir wünschen Dir alles Gute zu deinem Geburtstag! Geniesst die restliche Zeit die euch noch bleibt und wir freuen uns, euch bald wieder hier in der Schweiz zu sehen!

Viele liebe Grüsse von der ganzen Familie und Freunden.

Togean Islands & Tana Toraja

michiseraina| 27. Mai 2009 10:26

Togean Islands:  Pulau Kadidiri und Pulau Batu Daka ( Bomba )
So, nun habe ich es endlich auch geschafft, mich mal hinter einen PC zu setzen und den laengst faelligen Artikel ueber die letzten drei Wochen zu schreiben… Michi ist sogar mit seinen Fotos schon fertig, was normalerweise laenger dauert!
Die Togean Islands liegen sozusagen im Herzen von Sulawesi und es braucht definitiv ein paar Tage Zeit, um dort hinzugelangen bzw. auf den Inseln rumzukommen. Aber wenn man Zeit hat, so wie wir :p  lohnt es sich, einen Abstecher auf die Inseln zu machen. Das Archipelago bietet schoene Korallen und gruene, teils wilde Vulkaninseln mit unberuehrten Waeldern. Die Gewaesser rund um die vielen kleinen Inselchen sind ein Traum! Das Wasser schimmert in schoensten gruen und tuerkis Farben und ist superklar. Das coolste waere wohl, mit der eigenen Yacht zwischen den Inselchen herumzucruisen. Da wir die aber nicht hatten, mussten wir von Gorontalo ( etwa 8 Busstunden von Manado entfernt ) die langsame Faehre nach Wakai, auf Pulau Batu Daka nehmen. Die Ueberfahrt dauerte eine Nacht, und wir schliefen wegen der Hitze auf Matten an Deck. Fuer die Matratzen haben sie es doch tatsaechlich geschafft, uns mal wieder abzuzocken! Ist schon lustig, selbst wenn man so lange unterwegs ist, und die Tricks langsam kennt und einen guten Instinkt entwickelt hat, laeuft man eben immer noch ab und zu rein… und dann regt man sich erst recht auf xD
Von Wakai gings dann per Fischerboot in etwa 20min nach Pulau Kadidiri, ein ganz kleines Inselchen mit drei einfachen Resorts. Wir liessen uns im Paradise nieder und verbrachten dort fast eine Woche mit Tauchen und Schnorcheln und in guter Gesellschaft von anderen Travellern. Wie auch auf den Bunaken, bezahlt man pro Person und hat dann Vollpension. Fisch, Reis und Gemuese… ja, ja….
Von den Korallen her ist es auf den Togeans nicht ganz so toll wie auf Bunaken zum Tauchen ( obwohl Michi diese Meinung nicht ganz mit mir teilt, gell… ), aber es hat mehr Korallengaerten und nicht nur Steilwaende wie auf den Bunaken. Grosses Zeug sieht man auch hier nicht, dafuer aber fast auf jedem Tauchgang Caterpillar Octopusse, die echt sehr speziell sind. Una- Una, eine Vulkaninsel etwa eine Stunde Bootsfahrt von Kadidiri entfernt, bildet die Ausnahme. Dort hat es ein geniales und super erhaltenes Riff ( Dynamitfischen ist auch auf den Togeans ein Problem ), das Pineapple Reef, wo wir einen der besten Tauchgaenge in Indonesien gemacht haben. Aber eben, nur einen, dann machte uns die Polisi Indonesia und das benachbarte Black Marlin Resort einen Strich durch die Rechnung…
Dazu kurz ein paar Details. Das Black Marlin ist das Nachbarresort vom Paradise, und bis vor kurzem haben sich die beiden immer gut vertragen. Leider hat dann das Black Marlin mit Pricedumping angefangen und sich nicht mehr an die vereinbarten Preise gehalten. Seither stehen die beiden Resorts auf Kriegsfuss miteinander. Das waere uns ja eigentlich ziemlich egal, aber an diesem Tag betraf es dann auch uns. Wir hatten zu zehnt ein Boot gechartert, um nach Una Una zu fahren und dort zwei Tauchgaenge zu machen. Das Boot war nicht ganz billig, und wir wollten es natuerlich ausnutzen. Als wir gerade nach dem ersten Tauchgang an Land gingen, um zu essen, kamen die Polizei und Leute vom Black Marlin per Boot an, und verboten uns, weiterhin zu tauchen. Als wir fragten warum, meinten sie, dass wir keinen Tauchinstruktor dabei haetten. ( Der Tauchinstruktor vom Paradise machte gerade ein paar Tage Ferien auf Bali, darum war nur ein Divemaster anwesend ) Das ganze war natuerlich absoluter Bullshit, da jeder lizenzierte Taucher selber tauchen gehen darf, selbst ohne Divemaster. Aber wir hatten keine Chance, den Bullen das zu erklaeren und bekamen die indonesische Korruption mal wieder deutlich zu spueren….die Leute vom Black Marlin hatten die Polizei vermutlich bestochen.  Schliesslich wollte niemand eine Nacht im Knast von Wakai riskieren, und wir mussten wieder umkehren.
Am naechsten Tag, nachdem die Besitzerin vom Paradise lange mit der Polizei verhandelt ( oder besser gesagt genuegend bezahlt? ) hatte, war Tauchen dann wieder erlaubt.
Aber nebst diesem Erlebnis hatten wir paradiesische Tage auf Kadidiri. Der Strand war herrlich, die Insel super schoen, nette Leute, einfach eine gute Zeit!
Nach fast einer Woche auf Kadidiri verabschiedeten wir uns wieder einmal schweren Herzens und fuhren mit einer kleinen Faehre nach Bomba. Da es auf dem Rueckweg nach Ampana ist, legten wir dort einen zweitaegigen Stopp im Island Retreat ein. Um ehrlich zu sein, haben wir es vor allem wegen des Essens gemacht. Es gibt dort eine kleine Bungalowanlage, wo sie superleckeres westliches Essen kochen! Ja, so schlimm ist es nun schon…aber wir brauchten dringend eine Abwechslung. Und es war wirklich guuuut…. Nach einem langen letzten Regentag fuhren wir mit der Faehre dann weiter nach Ampana, von wo aus wir die lange und muehsame Reise nach Toraja antraten.

Tana Toraja ( Rantepao )
Wir schliefen eine Nacht in Ampana, einer kleinen Hafenstadt und fuhren dann per Minibus am naechsten Tag nach Tentena. Tentena liegt an einem See und waere eigentlich eine schoene Region, um ein paar Tage zu verbringen, aber aus Zeitgruenden muessen wir langsam Prioritaeten setzen… Wir uebernachteten dort also nur, und legten am naechsten Tag zehn Stunden holprige Busfahrt nach Palopo zurueck. Holprig waere ja okay, aber dazu kam zehn Stunden lang droehnende Indomusik und etwa zwanzig Indonesier im Bus, die Kette rauchen. An dieser Stelle muss ich mal erwaehnen, dass ich noch in keinem Land so viele Raucher wie in Indonesien angetroffen habe. Jeder Mann raucht hier, spaetestens wenn er vierzehn Jahre alt ist. In Bussen, Gebaeuden und ueberall wird ohne Ruecksicht auf Kinder und andere Nichtraucher geraucht.
Als wir Palopo am spaeten Abend erreichten, hatten wir zum ersten Mal auf unserer Reise Schwierigkeiten, ein Zimmer zu finden. Alle Hotels und Losmen waren voll. Per Zufall traffen wir dann irgendwo auf eine nette Schwulencommunity, die uns half, etwas zu finden. So fuhren wir also bei zwei Ladyboys hinten auf dem Ojek ( Motorrad ) mit und klapperten die Stadt nach einem Zimmer ab :kiss:
Von Palopo war es am naechsten Tag dann nur noch ein Katzensprung per Minibus nach Rantepao, der Hauptstadt Tana Torajas.
Tana Toraja ist wirklich einmalig! Eine kulturelle Insel, umgeben von Bergen und gruenen Reisfeldern von allen Seiten. Die Torajas haben einen christlich- animistischen Glauben und verehren vor allem ihre Vorfahren. Neben der wunderschoenen Landschaft, die zur Zeit nach der Regenzeit besonders schoen und gruen ist, sieht man ueberall haengende Graeber, Tau- Taus ( geschnitzte Abbildungen der Toten ), Grabhoehlen und natuerlich die traditionellen Haeuser. Dazu kommen unzaehlige Zeremonien, vor allem zu Ehren der Toten und Bueffel schlachten. Eine etwas makabere, aber unglaublich interessante Welt.
An dieser Stelle moechte ich gleich vorweg nehmen, dass die Fotos diesmal nicht immer ein schoener Anblick sind, und der eine oder andere wird sich bestimmt fragen. Wir haben Zeremonien besucht und fotografiert und moechten nichts beschoenigen oder weglassen. Wir sind auch nicht der Meinung, dass Bueffel und Schweine hier sanft und schmerzlos getoetet werden, aber so ist es nun mal. In manchen Laendern fehlt das Geld und Verstaendnis fuer artgerechte Haltung und Toetung einfach.
Ich habe aus Wikipedia einen kurzen Bericht ueber Religion, Kultur und Leben der Torajas in den Bericht kopiert. Man muss einfach gewisse Hintergrundinformationen haben, um die Bilder zu verstehen.

Geschichte
Die Toraja sind im 9. oder 10. Jahrhundert aus Kambodscha eingewandert. Sie waren wie auch schon in ihrer Heimat Kambodscha Seefahrer und ließen sich aus diesem Grund zunächst an der Küste Sulawesis nieder, wo sie jahrhundertelang zusammen mit den damals hinduistischen Bugis lebten. Sie nahmen schließlich die malaiische Sprache an und vermischten sich teilweise miteinander. Ab dem späten 15. Jahrhundert, als die Bugis zum Islam konvertierten, wurde das Zusammenleben zunehmend schwieriger. Die Toraja begannen sich vor ihren muslimischen Nachbarn zu fürchten. Die Bugis verachteten ihre Nachbarn, da diese Schweinefleisch aßen, was bei ihnen nun streng verboten war. Schließlich vertrieben die Bugis die Toraja als mehrere Bekehrungsversuche zum Islam scheiterten. Das lag vor allem daran, dass Schweinefleisch für die Toraja das Hauptnahrungsmittel war und das Schlachten von Ziegen ihnen als fremd und unheimlich. erschien.

Kultur
Die Toraja haben sich dabei seit Jahrhunderten nur unwesentlich geändert. Das ganze Leben wird geprägt von ihrem überlieferten Glauben, den Geistern, Daemonen, Mythen und einem einzigartigen Ahnenkult.
Ein Toraja-Dorf besteht aus zwei parallel verlaufenden Häuserreihen, wobei die Wohnhäuser nach Norden ausgerichtet sind. Ihnen gegenüber stehen die auf Holzpfählen gebauten Reisspeicher. Diese können bis 20.000 kg Reisgarben aufnehmen. Die Wohnhäuser haben ein aus mehreren Bambusschichten bestehendes Dach in einer schiffsähnlichen Form. An den vorderen Stützbalken sind Büffelhörner befestigt, die auf den sozialen Stand des Eigentümers hinweisen, je mehr Hörner, je höher ist der soziale Stand. An den Wänden sind geschnitzte Ornamente in den Farben rot, schwarz, weiß und gelb angebracht. Die Häuser werden ganz ohne Nägel gebaut.

Religion
Die Toraja glauben, dass ein Erdenleben nur ein Übergang ist, und nur das Jenseits (Puya) von Bedeutung ist. Beim Tod eines Menschen verlässt die Seele zwar den Körper, aber verbleibt in der nächsten Umgebung. Der Leichnam wird darum einbalsamiert und im hinteren Teil des Hauses aufgebahrt bis das Begraebniszeremoniell vollzogen ist, was teilweise mehrere Jahre dauern kann. Je höher das Ansehen des Toten ist, umso mehr Wasserbueffel (die weißen gelten als die wertvollsten) müssen bei dem Fest geopfert werden. Die Wasserbüffel sind ein Symbol für Macht und Reichtum. An den Begräbnisfeierlichkeiten, welche mehrere Tage dauern können, nehmen hunderte Personen teil. Solche Feierlichkeiten können zum finanziellen Ruin führen.
Da die Toraja glauben, alles ins Jenseits mitnehmen zu können, werden den Toten wertvolle Grabbeigaben mitgegeben und in kunstvoll geschnitzten Holzsärgen an Felswänden aufgehängt. Wegen der Grabplünderungen versuchen die Toraja, ihre Toten in Hoehlen oder später in künstlich angelegten Felsengräbern zu verstecken. Die Felsengräber werden von Hand in die Kalksteinfelsen gehauen und bieten Platz für eine ganze Familie. Vor den Eingängen der Höhlen und Felsengräber stehen auf Balkonen Holzfiguren (Tau Tau genannt), die den Verstorbenen darstellen. Das Christentum kam mit niederländischen Missionaren 1913 in das Gebiet und nahm ihren Anfang als sich 20 Toraja taufen ließen. Bis in die 1950er Jahre waren Missionare in dem Gebiet tätig.
Heute sind 80 Prozent der rund 600.000 Toraja Christen, 75 Prozent gehören der Gereja-Toraja Kirche an.
Christentum und Tradition existieren nebeneinander her, was von der Kirche akzeptiert wird. Die muslimischen Toraja, die im 15. und 16. Jahrhundert zwangsislamisiert wurden und die etwa 15 Prozent ausmachen haben ihre Tradition im Gegensatz zu den christlichen Toraja weitestgehend aufgegeben und praktizieren wie die muslimische Mehrheit in Süd-Sulawesi einen orthodoxen Islam, nach arabischen Vorbild.
Allerdings geraten die althergebrachten Tradition allmählich in Vergessenheit da immer mehr Toraja in die Städte ziehen und dort nach Arbeit suchen.

Die meisten Traveller, die nach Toraja kommen, besorgen sich fuer zwei Tage einen Guide und Mietwagen und erkundigen so die Gegend. Wenn man wenig Zeit hat, eine gute Loesung. Eigentlich kann man aber auch fast alles auf eigene Faust und mit oeffentlichen Verkehrsmitteln machen und sich viel Geld sparen. Fuer die Zeremonien lohnt es sich, einen Guide fuer ein oder zwei Tage zu nehmen. Er weiss genau, in welchem Dorf welche Zeremonie steigt und stellt den Kontakt zur Familie her. Und er kann Traditionen und Kultur erklaeren.  Obwohl, die Familien sind sehr gastfreundlich und wuerden niemanden abweisen. Natuerlich bringt man ein kleines Geschenk mit, z. B. eine Zehnerpackung Kretek ( Naegelizigaretten ).
Wir sind also am zweiten Tag in Toraja mit unserem Guide August per Bemo ( oeffentlicher Minibus ) und Ojek in eine kleines Dorf gefahren, wo eine Beerdigungszeremonie stattfand. Der Verstorbene war bereits seit drei Monaten tot und ist dazumals einbalsamiert worden, was heute mittels Formalinspritzen gemacht wird. Im traditionellen Haus wurde er dann ueber die Zeit aufgebahrt. Drei Monate sind eher wenig. Die Toten werden teilweise fast ein Jahr aufgebahrt. Das geschieht natuerlich auch aus finaziellen und organisatorischen Gruenden, da die Beerdigungszeremonien ein Riesenanlass sind.
Die Zeremonien selber dauern dann drei Tage. Am ersten Tag werden die Gaeste ( das koennen je nach Kaste ueber tausend sein ) empfangen und ihre Geschenke, vor allem Schweine, entgegengenommen. Die Gaeste sitzen dann den ganzen Tag in den provisorisch gebauten Unterkuenften, essen Tee und Gebaeck und spaeter Schweine- und Bueffelfleisch. Am ersten Tag werden dann auch die Schweine, teilweise ueber hundert, geschlachtet.
Am zweiten Tag werden die Bueffel geopfert. Bueffel sind das Statussymbol und so etwas wie heilige Tiere. Die Toraja haben ein Kastensystem mit vier Stufen. Wird jemand aus der obersten, der Nobelklasse beerdigt, muessen mindestens 24 Bueffel getoetet werden. Stirbt jemand aus der Sklavenklasse, sind es natuerlich bedeutend weniger.
Am dritten Tag wird dann der Sarg mit dem Verstorbenen in einer Prozession zu den Hoehlen gebracht.
Wir hatten leider nur die Moeglichkeit die “Schlachttage” zu erleben und waren an diesem Tag bei der Bueffelopferungszeremonie dabei. Die Bueffel werden zuerst begutachtet und dann wird ihnen auf dem Platz der Reihe nach mit einer Machete die Kehle durchgeschnitten. Wenn alle Tiere tot sind, werden sie von den Maennern gehaeutet, zerlegt und alles Fleisch wird an die Gaeste verteilt. Beim Verteilen der besten Stuecke werden natuerlich die verschiedenen Kasten nicht vernachlaessigt. Die Filets gehen also nur an die Nobelklasse. Man kann zumindest nicht kritisieren, dass das Fleisch nicht verwertet wird.
An diesem Tag wurden zum Glueck “nur” zehn Bueffel getoetet. Wir waren nach der Zeremonie recht mitgenommen und hatten beim anschliessenden Mittagessen zumindest keine Lust mehr auf Buffalo Sate ( Spiesschen )
Am naechsten Tag machten wir auf eigene Faust eine Wanderung noerdlich von Rantepao durch die verschiedenen Doerfer. Wanderung ist schon fast ein bisschen uebertrieben, da die Wege befahrbar sind, aber es war trotzdem wunderschoen. Wir sind fuenf Stunden lang ueber Huegel und durch gruene Reisfelder, vorbei an Kakaobaeumen und Kaffestauden gewandert. Und ueberall trifft man auf traditionelle Hauser, versteckte Grabhoehlen und Tau Taus. Die Leute sind sehr freundlich und halfen uns immer wieder gerne, den richtigen Weg zu finden. Wir haben diesen Tag sehr genossen.
Fuer einen weiteren Tag mieteten wir uns dann ein Motorrad und fuhren durch die Gegend, um die wichtigsten und groessten Grabstaetten zu besuchen. Lemo und Londa im Sueden und Ke’te Kesu in der Naehe Rantepaos. Besonders Londa, mit den Hoehlen, die stellenweise sehr eng werden, war sehr interessant. Aber das Beste war der Markt in Rantepao am Sonntag Morgen. Pasar Bolu findet jede Woche statt und ist ein Riiiiesenmarkt, wo nun wirklich alles verkauft wird. Vor allem Chillis, Kaffee aus Toraja, Kakao, getrockneter Fisch, alles moegliche Gemuese und Tiere. Bei den Tieren geht es zu und her wie auf einer schweizer Viehschau. Die schoensten Bueffel ( die weissen mit schwarzen Flecken, kosten bis zu 10′000 Euro ) und Schweine werden hier von ihren Besitzern stolz angeboten.
In Toraja gibt es natuerlich auch sehr viele Spezialitaeten was das Essen betrifft. Schwarzer Reis, Bueffel oder Schwein in Bambusroehren gekocht und unter anderem Hund. Den Bueffel haben wir probiert, den Hund nicht ^_^  Hund ist recht populaer. Waehrend wir gerade bei einer Zeremonie zuschauten, wie sie die Innereien der Schweine sortieren, meinte August unser Guide ploetzlich, er moege Schwein nicht so sehr, Hund sei ihm lieber… wir haben uns nur angeschaut und fast gewuergt :sick:  Aber wie gesagt, andere Laender, andere Sitten…
Am letzten Tag in Toraja waren wir mit Guide August nochmals in einem Dorf, wo eine Beerdigungszeremonie der tieferen Kaste stattfand. Trotzdem wurden sehr viele Gaeste empfangen und bewirtet. Ein Bueffel wurde geschlachtet und an Ort und Stelle fuer die Menge gekocht, ansonsten waren heute die Schweine dran. Die Schweine werden zum Glueck nicht wie die Bueffel auf dem Schauplatz “hingerichtet”, man muss also nicht direkt zuschauen. Anschliessend wurden auch sie zerlegt oder am Stueck gegrillt und verteilt.
In Toraja koennte man locker ein paar Wochen verbringen, es gaebe noch so viel zu sehen. Besonders im Juli und im August steigen hier die groessten Zeremonien. Wir mussten leider langsam weiter richtung Makassar und nahmen am Abend den Nachtbus. Diesmal voll gemuetlich mit Aircon und Sitzen, besser als in der Businessclass der Flugzeuge. Am Morgen erreichten wir Makassar, Sulawesis Hauptstadt, wo wir nun bis Freitag warten muessen, damit unsere Visas fuer die letzten Wochen verlaengert werden.

( zur Map: Tana Toraja befindet sich bei Makale )

Pulau Bunaken, North Sulawesi

michiseraina| 8. Mai 2009 06:38

Pulau Bunaken ist eine kleine, verschlafene Insel im Norden Sulawesis, etwa eine halbe Stunde Bootsfahrt von Manado, der groessten Stadt im Norden entfernt. Manado hat uns nicht lange aufgehalten, da wir endlich mal wieder Strand- und Tauchleben geniessen wollten!
Auf Bunaken gibts am Strand entlang recht viele kleine Bungalowresorts, die aber meistens recht basic sind. Man bezahlt einen Betrag pro Person, der dann auch gleich drei Mahlzeiten und Trinkwasser beinhaltet, da es auf der Insel ansonsten nicht so viele Verpflegungsmoeglichkeiten gibt. Das Essen war eigentlich sehr gut, taeglich viel Reis, Gemuese und gegrillter Fisch. Wir haben uns im Daniel’s niedergelassen, wo schlussendlich auch die meisten Travellers gelandet sind, da es billig ist und man auch mal mit anderen Leuten abhaengen und Party machen kann. Etwas, was wir in Kalimantan ein wenig vermisst haben…
Bunaken ist eine sehr gruene, ziemlich bewaldete Insel mit riesigen Palmen. Man muss sich vor Kokosnussschlag also ziemlich in Acht nehmen :woot:  Es gibt ein paar kleine Doerfchen und nur Motorradverkehr. Wenn man ueber die Insel spaziert, gruessen die Bewohner ueberall sehr freundlich und versuchen gerne, ein paar Worte Englisch oder Bahasa zu wechseln. Bunaken ist umgeben von Mangroven, und man findet daher nicht gerade unbedingt Traumstraende. Fuer Schnorchler und Taucher ist es aber perfekt, da sich rund um die Insel und die kleinen Nebeninselchen schoene Riffe, meist Steilwaende finden.
Klar also, dass wir hier ueber eine Woche, vor allem mit Tauchen verbracht haben. Die Resorts haben alle Tauchbasen angeschlossen und fahren einen mit Speedbooten zu den verschiedenen Tauchplaetzen. Die Naturschutzorganisationen sind in Bunaken sehr bemueht, die Riffe vor den Dynamitfischern zu schuetzen. In Indonesien wird an vielen Orten mit Dynamit gefischt, was natuerlich fuer die Riffe eine Katastrophe ist, da saemtliche Korallen zerstoert werden. Waehrend dieser Woche sind wir an vielen verschiedenen Plaetzen getaucht und haben zum Glueck vorwiegend intakte Korallen angetroffen. An ein, zwei Orten konnte man aber noch deutliche Spuren der Zerstoerung sehen.
Wir wollen jetzt hier nicht alle Nichttaucher mit der Aufzaehlung aller Fischchen und Kreaturen, die wir unter Wasser gesehen haben langweilen, aber zumindest fuer ein paar Riffhaie und Schildkroeten hats gereicht. Um Bunaken herrscht ueberall ziemlich Stroemung, was die Tauchgaenge aber vorwiegend sehr gemuetlich macht, da man sich einfach immer von der Stroemung treiben laesst und vom Boot wieder aufgesammelt wird, wenn die Luft alle ist. An diese Art von Tauchen und die angenehmen Wassertemperaturen um 30 Grad koennte man sich also glatt gewoehnen. An dieser Stelle einen lieben Gruss an alle Tauchfreunde in der Schweiz   ^_^

Die Crew vom Daniel’s ist uebrigens auch voll gut drauf und bemueht, die Touristen jeden Abend mit viel lokalem Palmwein und kuehlem Bintang zu versorgen…. Dazu klimpern sie naechtelang auf Gitarren und singen dazu…. Wir hatten echt das Glueck viele nette und coole Leute aus Holland, Spanien und Deutschland anzutreffen und hatten maechtig Spass! Wenn auch der eine oder andere Morgentauchgang deswegen abgesagt werden musste :whistle:

Ansonsten gibts eigentlich reichlich wenig zu berichten…. Wir sind gestern von Bunaken aufgebrochen und nehmen heute Abend die Faehre zu den Togeans, die naechsten Inseln in Sulawesi…

In Borneo ( Kalimantan ) im Urwald und auf den Spuren der Orang Utans…

michiseraina| 28. April 2009 08:25

Banjarmasin, South Kalimantan
Von Singapore ging es vor gut zwei Wochen per Flugi nach Yogyakarta, wo wir nur kurz uebernachtet haben und von wo wir am naechsten Tag gleich weiter nach Banjarmasin geflogen sind. Auch Yogya auf Java waere eine coole Stadt gewesen, und Java selber haette auch viel zu bieten, aber aus Zeitgruenden muessen wir in Indonesien einfach Prioritaeten setzen. Dieses Land mit den vielen Inseln ist riiiiesig und das Reisen nicht immer ganz einfach. Auch wurde uns klar, dass wenn wir hier ein bisschen herumkommen wollen, wir oefters fliegen muessen. Wir sind also aufs Ende nicht faul geworden, nein, aber es bleibt uns oftmals nichts anderes uebrig. Und da Fliegen in Indonesien billig ist, lohnt es sich schlussendlich auch.

In Banjarmasin angekommen, schlug uns zuerst einmal die Hitze und die extreme Luftfeuchtigkeit Kalimantans entgegen. Aber verglichen mit dem Urwald war das hier noch gar nichts… Wir liessen uns in Banjarmasin im Borneo Homestay nieder, einer heruntergekommenen Herberge, die ihre Heydays echt gesehen hat… Aber der Besitzer Jo ist extrem nett, und wir hatten ziemlich Fun mit ihm! Da Banjarmasin fuer uns nur eine weitere Stadt ist und zudem auch noch die fast dreckigste Indonesiens ( wofuer sie sogar eine Trophae bekommen haben ) beschlossen wir, nicht lange zu verweilen. Nach der ersten Nacht standen wir morgens um fuenf Uhr auf und fuhren mit Jo und seiner Freundin mit einem Fischerboot flussaufwaerts zum traditionellen schwimmenden Markt Banjarmasins. Dieser Markt ist sehr authentisch, kein Souvenirverkauf fuer Touristen. Bereits die Fahrt auf dem Fluss, zum Sonnenaufgang war herrlich! Kalimantan ist ein Land mit unzaehligen Fluessen, und das Leben der Menschen spielt sich vor allem an dessen Ufern ab. Frueher lebten die Menschen noch vorwiegend auf Hausbooten, heute haben sie ihre festen Haeuser am Fluss. Als wir am Morgen vorbeifuhren, waren die meisten Menschen gerade aufgestanden und verrichteten ihre Morgentoilette im Fluss… Wir fuhren an dutzenden groesseren und kleineren Moscheen vorbei, und aus allen droehnte der Gebetsgesang. Kalimantan ist mit ca. 90%igem Anteil recht muslimisch. Der Rest sind Hindus und Christen. In Indonesien leben vor allem Malays, vor Tausenden von Jahren von China und Indochina eingewandert, und Melanesen, die duenklere Haut und krauseres Haar haben. Dazu kommen dann noch kleinere ethnische Gruppen, wie z. B. auf Papua. Und dann sind da noch die Chinesen, die den kleineren Anteil ausmachen, aber zu den Reicheren gehoeren. In Indonesien werden zig Sprachen und Dialekte gesprochen. Die offizielle Sprache, die fast alle koennen, ist Bahasa Indonesia. Wir sind gerade ein wenig am lernen, da wir mit Englisch an den meisten Orten aufgeschmissen sind…
Zurueck zum schwimmenden Markt. Nach gut eineinhalb Stunden Bootsfahrt hatten wir die Flussstelle erreicht und sahen schon von weitem viele kleine Kanus im Wasser treiben. Ausschliesslich Frauen paddelten auf dem Fluss herum und hatten ihre Kanus mit Orangen, Jambus, Kokosnuessen, Bananen, Gemuesen, Eiern und vielem mehr geladen. Alle schnatterten durcheinander, tauschten oder verkauften ihre Waren. Die Atmosphaere war sehr entspannt, und sie schienen sich ueber ein paar Touristen zur Abwechslung recht zu freuen. Wir kauften Orangen, Jambu, eine sehr leckere Frucht, und genossen den farbigen Anblick. Da das Ganze auf fliessendem Wasser stattfindet, steht der Markt natuerlich nie still und die Frauen muessen nach einer Weile wieder flussaufwaerts paddeln. Wir verbrachten eine Stunde dort und fuhren dann wieder retour nach Banjarmasin, wo wir uns nochmals fuer ein paar Stunden hinlegten. :sleep:
Am Abend gingen wir mit Jo und seiner Freundin ein paar Bintang ( Indo Bier ) trinken und Pool spielen, was die Indonesier lieben. Ueberhaupt kann man mit ihnen sehr Spass haben, sie haben einen sehr aehnlichen Humor wie wir… Als Auslaender faellt man natuerlich auf und wird ueberall freundlich gegruesst und angesprochen.  Auf dem Heimweg regnete es in Stroemen, aber da der Regen hier so warm ist, stoert es ueberhaupt nicht. Eigentlich sollte sich die Regenzeit in Kalimantan langsam dem Ende naehern, aber auch hier verschieben sich die Jahreszeiten, und Regnen tut es in Kalimantan eh das ganze Jahr hindurch immer mal wieder.

Trekking um Loksado
Da es mit unserem Bahasa Indonesia noch nicht sehr weit her ist, beschlossen wir, direkt in Manado einen Guide fuer den Trip nach Loksado, etwa vier Autostunden ins Landesinnere von Banjarmasin entfernt, zu organisieren. Da Jo’s Bruder Guide ist, machten wir die Tour also mit ihm. Obwohl das Trekking an sich okay war, wuerden wir das nicht mehr machen, da das Ganze ueberteuert war, fuer das was wir bekommen haben. Vor allem das Essen in den drei Tagen war klaeglich… Aber egal, wir hatten ansonsten eine gute Zeit und Spass!
Wir fuhren am ersten Tag mit dem Auto von Banjarmasin nach Loksado, einer Ortschaft am Rande des Regenwalds, von wo aus wir loswanderten. Da bereits Mittag war, als wir Loksado erreichten, wanderten wir an diesem Tag nicht mehr all zu weit, und nach den Annapurnas war es eh ein Klacks… ^_^  Dafuer ist das Klima mit 80- 100%iger Luftfeuchtigkeit und der Hitze echt krass. Innert kuerzester Zeit ist man nassgeschwitzt und verklebt. Aber auch daran gewoehnt man sich! Wir wanderten durch nachgeforsteten Wald und von Bauern kultiviertem Land mit Kautschukbaeumen, Reis, Maniok, Papayas, Ananas, Bananenbaeumen, Zimt, Muskat und Nelken und vielem mehr. Der Weg folgte groesstenteils einem Fluss und am spaeteren Nachmittag erreichten wir ein kleines Dayakdorf, wo wir uns fuer die Nacht einrichteten. Die Dayak sind ein alter Stamm in Kalimantan. Sie praktizieren einen animistisch- hinduistischen Glauben, aehnlich dem der Balinesen. Sie lebten frueher in grossen Gemeinschaftshaeusern, den Langhaeusern, aber diese und viele andere Traditionen wie das Taetowieren und Tragen von schweren Goldohrringen bei den Frauen, sind heute fast gaenzlich verschwunden. Der Einfluss von Missionaren und des 20. Jahrhunderts generell fordert seinen Tribut, und man findet solche traditionellen Dayaks nur noch tief im Landesinnern. Trotz dieser Tatsache waren wir ueberrascht, wie einfach diese Menschen noch leben und an ihren spirituellen Riten und Traditionen festhalten. Irgendwie scheint sich auch der Einfluss der westlichen Welt damit zu vertragen.
Das Langhaus findet man im Dorfzentrum immer noch, es wird fuer religioese Zeremonien gebraucht. Wir durften die Nacht im Langhaus verbringen, und im Laufe des Abends schauten alle Dorfbewohner rein und setzten sich zu uns, um uns zu betrachten, ein wenig zu plaudern, oder auch nur um eine der mitgebrachten Zigaretten und Suessigkeiten abzubekommen :wink: Natuerlich mussten unsere Guides Yadi und Awath fuer uns uebersetzen, da hier niemand Englisch spricht. Gemeinsam mit den anderen Dorfbewohnern wuschen wir uns im Fluss, und anschliessend gab es ein einfaches Abendessen mit Reis und gekochtem Gemuese.
Die Nacht auf den geflochtenen Bambusmatten war hart, und die Glieder schmerzten uns fuerchterlich am naechsten Tag. Wir wurden frueh vom Geschrei von Kindern, streitenden Schweinen und dem Gegacker der Huehner geweckt. Nach dem Fruehstueck marschierten wir begleitet von Paul, einem fuenfzehnjaehrigen Jungen und seiner Tante, unserer Gastgeberin im Dorf los. Die Familie fuehrte uns zuerst zu ihrem Reisspeicher, der sich etwa zehn Minuten vom Dorf entfernt befindet. Die Tradition der Dayak verbietet es ihnen, mehr als den noetigen Reis fuer ein paar Tage in ihrem Haus aufzubewahren. Auch ist es ihnen nicht gestattet, Reis zu verkaufen, auch wenn sie viel zu viel davon haben. Reis galt nebst den Kindern schon immer als Altersvorsorge. Die Menschen hier, vor allem die Frauen, arbeiten immer noch extrem hart und altern sehr frueh. Viele Kinder und ein grosser Reisspeicher sind auch heute noch etwas vom Wichtigsten. Bevor die Dayak jeweils Reis aus dem Speicher holen, muessen sie viele Gebete verrichten und Opfergaben fuer ihre Vorfahren darbringen.
Unsere Gastgeberin fuehrte uns anschliessend weiter, bis wir ihren Reishuegel erreichten. Jede Familie hat im Wald einen Huegel gerodet und darauf Reis angepflanzt. Was das bei dem dichten Buschwerk fuer eine anstrengende Arbeit ist, kann man sich nur annaehernd vorstellen. Wir durften dann auch selber die Reisschneidewerkzeuge testen und Reis ernten. Nicht ganz so erfolgreich wie die Dayak, aber naja… Am Reisfeld verabschiedeten wir uns vorerst von unserer Gastgeberin und wanderten durch dichtes Buschwerk in den Dschungel hinein. Unser Ziel war ein wunderschoener Wasserfall, irgendwo flussaufwaerts. Da seit laengerem keine Menschen mehr diese Pfade betreten hatten, und, wie ihr euch vielleicht vorstellen koennt, die Pflanzen im Urwald ziemlich rasch wachsen, mussten unsere Guides den Weg mit den Macheten freischlagen. Wir wanderten stundenlang Huegel rauf und wieder runter, teilweise rutschten wir mehr, als dass wir wirklich liefen. Alle haute es mindestens dreimal auf die Fresse, da alles schlammig und feucht war. Ausser den Michi, der klettert einfach ueberall wie eine Gemse aus dem Nussloch  :p  Dazu kam dann noch diese unglaubliche Hitze und Feuchtigkeit, Muecken und laestige Blutegel… Auf jeden Fall war es Jungleadventure pur! Obwohl man sagen muss, dass in dieser Gegend kein wirklich urspruenglicher Regenwald mehr vorhanden ist. An vielen Stellen wurde schon einmal abgeholzt, und man sieht dass der Wald wieder am nachwachsen ist. Illegale Abholzung und Abholzung wegen der Kohleminen, die natuerlich auch illegal sind, sind ein grosses Problem in Kalimantan und eine Gefahr fuer die Natur! Durch die Kohleminen werden auch die Fluesse mit Quecksilber verschmutzt. Fluesse, an denen die Menschen leben, sich waschen, fischen… Leider ist Indonesien ein extrem korruptes Land. Die Polizei wird von den Kohleminen- und Abholzcompanys gut bezahlt. Die behaupten dann einfach, die illegalen Minen und Abholzstellen nicht finden zu koennen im Wald, was natuerlich ein Witz ist, da sonst jeder weiss und hoert, wo sie arbeiten.
Nach ein paar Stunden wandern, kamen wir wieder an den Fluss und folgten nun seinem Lauf aufwaerts, wobei wir ihn mehrere Male ueberqueren mussten, um einen einigermassen passablen Weg zu finden. Wir kamen an unglaublich riesigen Bambusbaeumen vorbei, ueberall hingen Schlingpflanzen herunter, farbige Schmetterlinge flatterten umher, und sogar ein kleiner Python schlich sich vor uns davon. Daneben plaetscherte der Fluss ueber die moosigen Steine hinunter, und ueberall bildeten sich wunderschoene Pools. Schliesslich erreichten wir einen tollen Wasserfall, wo wir auch Mittagspause machten. Wir schmissen uns rasch in die Badehosen und kuehlten uns im angenehmen Wasser ab. Dass in dem Pool auch Pythons schwimmen, daran dachten wir einfach nicht und redeten uns ein, dass sie vor uns eh Angst haben… :woot:  Wir und Paul hatten einen riesen Spass und sprangen von den Felsen ins Wasser, waehrend unsere Guides uns Nudeln zum Mittagessen kochten.
Nach dem Essen und ein wenig Relaxen in der warmen Sonne, machten wir uns langsam wieder auf den Rueckweg zum Dorf. Diesmal nahmen wir eine etwas andere Route, die nicht mehr so tief durch den Wald fuehrte und etwas kuerzer war. Wir kamen an ein paar kleineren Siedlungen und Reisfeldern vorbei, ehe wir gegen Abend das Dayakdorf erreichten, wo wir auch schon die letzte Nacht verbracht hatten. Nach einem Bad im Fluss und Abendessen, sassen wir gemuetlich mit unserer Gastgeberfamilie ( diese Nacht verbrachten wir nicht mehr im Langhaus ) in ihrer Huette, unterhielten uns so gut wie moeglich und genossen den Abend.
Waehrend der Nacht setzte starker Regenfall ein, der bis zum fruehen Morgen anhielt. Fuer heute war eine Raftingfahrt auf Bambusflossen nach Loksado geplant, wo uns Jo mit dem Auto dann wieder abholen wuerde. Nach etwa einer Stunde Fussmarsch erreichten wir den grossen Fluss und stiegen zum Ufer hinunter, wo uns die “Bootsfuehrer” bereits erwarteten. Der Fluss fuehrte recht viel Wasser, und wir packten unsere Sachen vorsichtshalber gut wasserdicht ein. Die Fahrt auf dem Floss wurde dann auch recht turbulent und rasant, machte aber maechtig Spass. Einmal sahen wir uns schon im Wasser, als das Floss auf einen versteckten Felsen aufkrachte und eine Bambuslatte abbrach. Die Bootsfuehrer hatten es aber unglaublich gut im Griff, und wir ueberlebten!
Wir erreichten Loksado klatschnass und warteten in einem Warung ( Essensstand od. aehnlich ) auf Jo, der dann auch bald schon eintraff und uns nach Banjarmasin zurueckfuhr.

Tanjung Puting National Park, Kumai
Am naechsten Morgen suchten wir in Banjarmasin in aller Fruehe ein Reisebuero auf und buchten fuer denselben Tag einen Flug nach Pangkalan Bun, eine kleine Stadt, etwa dreissig Minuten vom National Park entfernt. Mit dem Bus haetten wir fuer die Strecke etwa zwei Tage gebraucht. Der Flug mit der kleinen Propellermaschine von Kal Star war recht angenehm und bot einen wunderbaren Ausblick auf die unendlichen, gruenen Waelder Kalimantans. Nach etwas mehr als einer Stunde und einer superkurzen Zwischenlandung in Sampit, kamen wir heil in Pangkalan Bun an. Schon am Flughafen des kleinen Staedtchens wurden wir von einem Guide bezueglich Tour in den Park angequatscht. Da er uns sympathisch war, und wir eh vorhatten mit einem Hausboot in den Park zu fahren, vereinbarten wir ein Treffen am Abend bei uns im Hotel. In der Zwischenzeit konnten wir uns in Pangkalan Bun selber ein wenig ueber die Preise erkundigen und umschauen. Nach langem Besprechen und Verhandeln entschieden wir uns am Abend dann aber doch, fuer drei Tage mit Andreas und seiner Crew in den Tanjung Puting Park zu fahren. Andreas hat viele Jahre im Park als Ranger gearbeitet und kennt sich daher auch gut aus.
Wir verbrachten noch einen Tag in Pangkalan Bun, einer sehr angenehmen und sauberen Stadt, und erledigten ein paar Sachen, bevor wir am naechsten Tag nach Kumai fuhren. Das Klotok, so nennt man hier die Hausboote, wartete bereits im Hafen auf uns, und wir wurden mit indonesischen Leckerbissen und Kaffe begruesst. Bisher waren wir vom indonesischen Essen noch nicht so sehr angetan. Die Kueche hier ist manchmal sehr gewoehnungsbeduerftig, vor allem die suess-salzigen Saucen. Aber in den naechsten Tagen sollten wir vom Koch auf unserem Klotok eines Besseren belehrt werden und wurden verwoehnt wie die Koenige!
Das Klotok legte ab, und wir genossen den in Bananenbaumblaettern mit Gemuese oder Bananen gekochten Reis und Kaffe, waehrend wir langsam auf dem Kumaifluss abwaerts tuckerten… Schon nach einer Viertelstunde bogen wir in einen kleineren Seitenfluss ein, dessen Ufer dicht gesaeumt mit Palm- und Mangrovengewaechsen waren.
Wir erkundigten natuerlich auch unser Klotok, das relativ schmal war, etwa 15m lang, mit einem gemuetlichen Sonnendeck, Kueche, Dusche und WC.
Auf der Fahrt zum Park kamen uns immer mal wieder Motorboote mit Einheimischen entgegen, die irgendwo entlang der Fluesse leben und arbeiten. Viele von ihnen auch in den illegalen Kohleminen, etwa zwei Stunden flussaufwaerts, wie uns Andreas erklaerte. Darum ist das Wasser hier auch noch so lehmigbraun verschmutzt. Nach etwa zwei Stunden bogen wir nochmals in einen kleineren Seitenkanal ein, und nun war das Wasser ploetzlich ganz schwarz. Das waere die natuerliche Farbe, hervorgerufen durch den hohen Humusgehalt und Saeure. Auch die Vegetation wurde nun immer wilder und schoener, mit Mangroven, hohen Baeumen, Schling- und Wasserpflanzen und dichtem Gestruepp. Kalimantan mit seinem Klima ist das Paradies fuer Pflanzen. Schmeiss ein paar Samen irgendwo hin, und es wird wachsen!
Gegen Mittag hatten wir Camp Leakey erreicht und legten am kleinen Holzsteg an.
Camp Leakey wurde 1971 von der Kanadierin Dr. Galdikas gegruendet, zur Rehabilitation von Orang Utan Waisen oder anderen geretteten Orang Utans und Forschungszwecken. Dr. Galdikas ist Vorsteherin der Orang Utan Foundation International. Die offizielle Webseite: www.orangutan.org gibt gute und ausfuehrliche Informationen zu den Primaten und den aktuellen Problemen mit den Regenwaeldern Kalimantans. Die Rehabilitation der Orang Utans findet heute in anderen Teilen des Parks statt, aber Camp Leakey ist ein hervorragender Ort, um die Tiere sehr nah beobachten zu koennen. Einige der Orang Utans konnten naemlich nie mehr komplett ausgewildert werden, so dass sie oft um Camp Leakey herumstreunen. Daneben gibt es auch mehrere Fuetterungsstationen, da man leider feststellen musste, dass die Rehabilitanten generell nicht mehr voellig ausgewildert werden koennen und manchmal nicht genuegend Essen finden. Ansonsten bewegen sich die Tiere aber voellig frei im Wald und koennen kommen und gehen wann sie wollen. Orang Utans sind enorm gefaehrdete Tiere. Sie sind die einzigen grossen Affen ausserhalb Afrikas und kommen nur in Borneo und Sumatra vor. Wobei diese beiden Spezien unterschieden werden. Kalimantan haelt zur Zeit weltweit den Rekord in Sachen Abholzungsgeschwindigkeit der Regenwaelder. Gerade hat die lokale Regierung einen Fuenfjahres- Plan bekannt gegeben, demzufolge in den naechsten fuenf Jahren 4 Millionen Hektaren Regenwald fuer Palmoelplantagen abgeholzt werden sollen. Auch der Tanjung Puting Nationalpark soll um 15% verringert werden. Fuer die Orang Utans ist das eine Katastrophe! Sie sind Einzelgaenger und brauchen ihre Reviere und den Lebensraum um Nahrung zu finden und sich fortpflanzen zu koennen. Zugunsten Palmoelplantagen wird momentan am meisten abgeholzt. Palmoel findet sich in unserer Nahrung, Kosmetik und vielen anderen Dingen. Wenn ihr also etwas tun wollt, achtet darauf, Produkte ohne Palmoelinhalte zu kaufen!!! Wir verbrachten nach dem Mittagessen den ganzen Nachmittag in Camp Leakey, um diese faszinierenden Affen zu beobachten. Highlight war natuerlich die Fuetterungszeit etwas ausserhalb des Camps im Wald, wo etwa 15 Tiere zum Fressen kamen. Vorwiegend Jungtiere, Muetter mit ihren Kleinen und juengere Maennchen. Ein paar der Orang Utans sind sehr an Menschen gewoehnt, wie zum Beispiel Princess, die schon fast ein richtiger Star ist. Sie kam auch als Waise nach Camp Leakey und konnte nie mehr richtig rehabilitiert werden. Das ist natuerlich die Schattenseite, aber was das Beobachten und Studieren dieses Orang Utans betrifft, eine einmalige Chance. Princess ist extrem klug und kann sogar richtig mit Werkzeugen umgehen. Sie zeigte richtig Freude am herumwerkeln mit einem der Ranger, wobei sie natuerlich am liebsten seine Machete stibitzt haette ^_^  Sie hat sogar gelernt sich in ein kleines Kanu zu setzen, es loszumachen und ueber den Fluss zu paddeln mit ihren langen Armen! Die anderen Tiere sind generell etwas scheuer und kommen auch nur zu den Fuetterungszeiten nach Camp Leakey. Zum Fressen gibt es vorwiegend Bananen, die sie sich gierig und haufenweise in den Rachen stopfen, wie man auf den Bildern sehen kann. :lol:

Am naechsten Morgen wurden wir in aller Fruehe von den ersten Sonnenstrahlen und frisch gebruehtem Kaffeduft geweckt ( Indonesien hat exzellenten Kaffe….) Nach dem Fruehstueck gings noch mal nach Camp Leakey, wo wir fuer etwa drei Stunden einen Spaziergang durch den Regenwald machten. Andreas erklaerte uns alles moegliche zu Baeumen, Pflanzen und Insekten und anderem Getier, wir genossen den schoenen Spaziergang und die Atmosphaere, wenn wir auch vor Hitze und Feuchtigkeit fast draufgingen…
Nach dem Mittagessen ( Michi bekam eine Riesenkrabbe aufgetischt, die er kaum zu essen wusste, aber ihm ausgezeichnet schmeckte )  war dann wieder Orang Utan beobachten und Fuetterungszeit im Camp angesagt, und wir verbrachten viele Stunden um die Tiere beim Fressen, Spielen und Klettern zu beobachten.
Auch die zweite Nacht verbrachten wir wieder auf dem Boot irgendwo im Urwald…
Am dritten Tag verliessen wir die Gegend um Camp Leakey und fuhren zu zwei anderen Fuetterungsstationen, wo aber nur einmal zwei Tiere auftauchten. In dieser Gegend sind die Orang Utans praktisch wieder wild, und da gerade Fruechtesaison ist, finden sie genuegend Essen. Wir hielten uns stattdessen noch ein wenig in den Informationszentren herum, machten einen Spaziergang durch ein kleines Dorf am Flussufer und relaxten auf dem Boot. Dafuer hatten wir auf der Rueckfahrt nach Kumai das grosse Glueck, einige wilde Orang Utans in den Baeumen zu sehen, darunter auch zwei recht grosse Maennchen und viele Nasenaffen ( auch Dutchmonkeys genannt   ^_^  ) Neben den Orang Utans gibt es wie gesagt Nasenaffen, Langschwanzmakakken und noch andere kleinere Affenarten. Nasenaffen sind gute Schwimmer, aber man hat selten das Glueck, sie dabei zu erwischen. Als wir so den Fluss runtertuckerten bemerkten wir ploetzlich eine riesige Familie Nasenaffen auf einem weit ueber den Fluss haengenden Baumast. Sie waren gerade im Begriff den Fluss zu ueberqueren. Vorerst etwas durch unsere Anwesenheit gestoert, nahmen sie dann doch Anlauf, und nacheinander sprangen etwa 15 Affen vom Ast und ueberquerten flink schwimmend den Fluss!
Kurz vor Sonnenuntergan erreichten wir Kumai, die kleine Hafenstadt, wo wir uns von der grossartigen und freundlichen Crew verabschiedeten und in einer heruntergekommenen Hafenspelunke ein Zimmer fuer die Nacht nahmen.

Wir hatten fuer den naechsten Tag Tickets fuer das Schiff nach Surabaya, Java, gekauft, von wo aus wir einfacher nach Sulawesi gelangen koennen. Die Ueberfahrt von Kalimantan nach Java dauerte gut 24 Stunden. Das Schiff war recht alt und lausig, aber unsere Kabinen nicht schlecht. Viel mehr gibts zur Schiffsfahrt nicht zu erzaehlen… keine Stuerme und keine Piraten… :bandit:
Von Surabaya sind wir gestern gleich weitergeflogen nach Manado im Norden Sulawesis, von wo aus wir morgen auf die Bunaken Insel zum Tauchen gehen.